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Mittwoch, 16. März 2011
Super-Hyper-Mega-GAU in Japan
bizzdennjo, 02:22h
Um mal ein kleines Statement meinerseits abzugeben, möchte ich allen Interessierten mitteilen, dass es mir hier drüben gut geht, es keine Warnungen gibt, dass der Wind eine radioaktive Wolke herüberweht und wir hier drüben wohl verschont bleiben. Ich verfolge alles genauestens mit über die Liveticker einschlägiger, deutscher Zeitungen via Internet und ständigen Gesprächen im Büro.
Die Chinesen scheint es nicht besonders zu kümmern was in Ihrem (verhassten) Nachbarland passiert, hier ist man eher mit eigenen Problemen beschäftigt. ... link (1 Kommentar) ... comment Montag, 18. Oktober 2010
Zwischendrin
bizzdennjo, 18:16h
Also der Reisebericht über die Philippinen dauert noch etwas länger, da ich z.Z. überhaupt keine Zeit finde auch nur irgendwas zu machen.
Zum Einen fange ich morgen endlich meinen Chinesischkurs an, da im Winter sowieso nicht so viel zu machen ist und zum Anderen muss ich ja auch noch vier mal die Woche zum Kung-Fu. Und um euch mal wieder einen kleinen Eindruck von China zu vermitteln zeige ich euch noch wie hier die Fassaden gestrichen werden! Dieses Video wurde direkt vor unserer Halle von uns aufgenommen: http://rapidshare.com/files/425582565/30072010001.mp4 Video unter dem Link runterladen und anschauen! ... link (3 Kommentare) ... comment Dienstag, 21. September 2010
Trip nach Dalien
bizzdennjo, 20:50h
Wie sicher schon jedem aufgefallen ist, werden die Blogeinträge immer weniger! Das hat zum Einen damit zu tun, dass sich hier mein Alltag eingestellt hat, der nicht viel für spannende Berichte übrig lässt und zum Anderen die Lust schwindet, zumal ich hier auch viel um die Ohren habe.
Einhergehend mit meinem Umzug, bin ich in einem Partypfuhl von Studenten gelandet, welcher jeden Tag Neues und Spannendes hervorbringt. Bei achtzehn jungen Leuten, die alle auf sechs Wohnungen verteilt sind, muss man gegenseitig aufeinander aufpassen, dass einem nicht langweilig wird. Also verabredet man sich oft zum Essen, Feiern, KTV (Chinesisches Karaoke!), Quatschen, Kaffee trinken, Einkaufen und Reisen durch das Land. Und da wären wir auch schon bei meinem ersten Thema, mein Wochenendtrip nach Dalien! Ich habe dort meinen alten Kollegen Andy, den Chinesen mit Niklas zusammen besucht, da er dort studiert. Er hat uns das Hotel organisiert und uns auch die Stadt, inklusive dazugehörigem Strand und Promenade gezeigt. Dalien ist nämlich eine kleine Studentenstadt an der nordöstlichen Küste von China, mit gerade mal sechs millionen Einwohnern. Sie ist sehr gepflegt, sauber und nicht so vollgepflastert mit hohen Häusern wie Shenyang. Es war echt toll, mal rauszukommen, aus dieser doch sehr staubigen Industriestadt. Hier ein kleines Foto, welches von dem höchsten Gebäude, einer chinesischen Bank gemacht wurde, bei dem wir in den fünfzigsten Stock fuhren und von einem der Mitarbeiter eine kleine Tour durch die verlassenen Büroräume erhielten um einen guten Rundumblick zu erhaschen. ![]() Am ersten Tag waren wir zwar am Strand, dessen Beschaffenheit aber nicht gerade zum Schwimmen einlud, wie man auf dem Foto erkennen kann, weshalb wir uns dazu entschieden haben, lieber auf dem Wasser zu bleiben und eine kleine Speedboottour zu unternehmen. ![]() Diese bestand aus einem Hochgeschwindigkeitserlebnis der besonders kurzen Art. Denn anstatt der versprochenen fünfzehn Minuten, kamen wir gerade mal auf zehn, bei der wir fünf Minuten anhielten, damit uns der Bootsführer seine Teleskopangel vorführen konnte. So sparte er Sprit und hat sich sogleich sein Abendessen gefangen, was anscheinend alle anderen, chinesischen Nutznießer dieses Freizeitangebots sehr beeindrucken muss. Beim weiteren Umschauen ist mir übrigens dieses äußerst typische Bike aufgefallen! ![]() Je pompöser das Gefährt erscheint, desto höher das Ansehen. Anscheinend. Keine Ahnung, mir völlig unverständlich! ![]() Abends noch etwas leckeres, unidentifizierbares an den unzähligen Außenständen essen und auf in die chinesische Clubscene, die bei Zeiten einen eigenen Blogeintrag verdient. Am zweiten Tag machten wir eine kleine Radtour entlang der Promenade, welche ausgestattet war mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch die Fußabdrücke von diversen Einwohnern aus Dalien, seit hundert Jahren. Darunter befanden sich auch einige wenige Abdrücke von Frauen, deren Füße früher gebrochen und zusammengebunden wurden, da kleine Füße als Schönheitsideal galten. ![]() Man kann genau sehen, dass sich hieraus ein Klumpfuß bildete bei dem das Körpergewicht auf der Ferse lag. Anschließend fuhren wir zu Andys Campus, den er uns voller Stolz präsentierte, da es angeblich die zweitbeste Uni in ganz China ist und deswegen Kim Jong Il, der Nordkoreanische Diktator im September zu Besuch kommt um eine Rede zu halten. Fragt nicht! Kein Kommentar von meiner Seite! Als wir ankamen staunten wir auch nicht schlecht, als wir viele Absperrungen ausfindig machten und in blauen Camouflage gehüllte junge Leute entdeckten, die über das Universitätsgelände marschierten. Entgegen unserer Annahme, es wären Sicherheitsleute, die den Sicherheitsstandard hoch hielten, um irgendeine Veranstaltung auf politischem Niveau zu schützen, waren es einfach nur die neuen Erstsemesterstudenten. Jeder Student hier in China muss im ersten Monat seines Studiums das Marschieren in der Gruppe lernen, erfährt körperliche Züchtigung in Form von kleinem Kampftraining und lernt somit ein Autoritäts- und Zusammengehörigkeitsgefühl. Jeden Tag finden hier kleine Militärparaden statt bei der wir Zeuge wurden, wie tausend neue Studenten zu je fünfzig Mann vor einer großen Mao Zedong Statue entlang gingen. ![]() Es ist schon erstaunlich, was man so alles kennenlernt, wenn man einen Einheimischen an seiner Seite hat, der einem alles ein wenig zeigt und erklären kann. Die Zugtickets 1. Klasse, für eine vier Stunden Fahrt haben übrigens nur 20 Euro gekostet. Und zum Schluss noch einige Fotos von meinem Aufenthalt im ExpoFunPark von Shenyang. Besonders das Buggy fahren hat besonders Spaß gemacht. ![]() ![]() ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Mittwoch, 1. September 2010
Andy der Chinese
bizzdennjo, 20:04h
Wer so viel arbeitet wie ich hat sich natürlich auch etwas Entspannung verdient, oder? Also bin ich zur Abwechslung mal mit meinen Arbeitskollegen tanzen gegangen. Eigentlich wird sowas bei den bayrischen Kollegen laufend gemacht, da die immer etwas zum Feiern finden, sich betrinken und ich diesmal gedacht habe, es wäre mal eine gute Abwechslung mich tänzerisch auszutoben.
An diesem besagten Abend traf ich Andy den Chinesen! Andy wurde als Chinese in Deutschland geboren und musste, als er sechs Jahre alt war, wieder nach China auswandern. Jetzt studiert er gerade Maschinenbau und möchte gerne nächstes Jahr in Deutschland weiter studieren und wollte hierfür sein eingerostetes Deutsch aufbessern. Deshalb war er überglücklich mich kennengelernt zu haben. Kurzerhand beschloss er, dass wir ab sofort beste Freunde sind und er mir bei allem hilft, bei dem ich mir nicht selber helfen kann, ich ihm im Gegenzug mit seinen Sprachproblemen helfe. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie glücklich er war, als ich ihm auch gleich von meinem Plan erzählte chinesisches Kung-Fu zu lernen, der Verein, den ich bisher aufgesucht hatte aber zu teuer war und ich nun auf der Suche nach einem neuen bin. Er hatte nämlich etwas gefunden, was ich ohne seine Hilfe kaum erledigen konnte. Voller Stolz erklärte er mir also, dass er sich gleich am nächsten Tag auf die Suche macht, einen geeigneten Dojo für mich zu finden. ![]() Der Erste den er mir und einem anderen deutschen Interessenten, mein Kampfkollege Niklas, zeigte war zwar nicht so geil, aber dafür waren wir anschließend lecker Essen und im nobelsten Badehaus Shenyangs. Hier kann man es sich für ca. fünf Euro im heißen Wasser gemütlich machen, saunieren, Tee trinken oder sich für einen kleinen Aufpreis von zehn Euro von Kopf bis Fuß zwei Stunden lang massieren lassen. Und JA, die Herren, hierfür kann man sich eine der zahlreichen zierlichen, aber kräftetechnisch nicht zu unterschätzenden, Chinesinnen aussuchen. Beim abschließenden Duschen kann man sich sogar einen kleinen Chinesen abordern, der einem den Rücken einseift, während ein Anderer mir beim Rausgehen die Füße abtrocknete. Ein rundum wohl fühl Service also. Der zweite Kampfsportverein, bei dem wir waren, sah aber schon besser aus! Andy hatte auch explizit darauf geachtet, dass der Trainer Englisch spricht, und so landeten wir schließlich in einem günstigen aber guten Dojo, der Kung-Fu anbot. Hier bin ich auch derzeit angemeldet und lerne MMA (mixed marshial arts), eine, sowie ich das verstanden habe, gemischte Kampfsportart, aus allen verschiedenen Stilen, geeignet für Actionmovies á la Hollywood. Also nehmt euch in Acht! Sonntag haben wir gelernt mit Chakos umzugehen und heute habe ich mir den größten, dunkelsten, blauen Fleck auf den Oberschenkel treten lassen, den ich je hatte. Mein Schienbein tut mächtig weh, aber es hat, mal abgesehen davon, dass ich jetzt humpel, richtig viel Spaß gemacht. Wie ihr euch jetzt vorstellen könnt, musste ich mich für diesen außerordentlich guten Gefallen auch revangieren. So mussten Niklas, Judith und ich, die neuen Kämpfer, mit Andy und zwei seiner Freundinnen Essen gehen. Die beiden Chinesinnen, wollten gerne Englisch lernen und suchten jemanden, der dieser Sprache mächtig ist, damit sie sie lernen können. Ich bot mich an, als Lehrer für sie zu arbeiten, wusste aber nicht so genau, wie sie sich das vorstellten. Stellt sich raus, die Abgemagerte von Beiden ist chinesisches Model und dazu, anscheinend, professionelle Fotografin für allerlei Motive, hauptsächlich aber Hochzeitsfotos und spricht überhaupt gar kein Englisch! Nichts, nada, njente! Gut das die Andere, Model für Autopräsentationen und Fashionshows, etwas weniger abgemagert, wenigstens etwas versteht und sprechen, sowie übersetzen kann. Jetzt kriege ich also regelmäßig Besuch von den Beiden, bringe Ihnen etwas Englisch bei, indem ich einfach die ganze Zeit quatsche, mit ihnen Essen und Tanzen gehe und mich durch die halbe Stadt kutschieren lasse. Ich bin zwar der Überzeugung, dass es nichts bringt, die Mädchen aber sagen, dass es gefällt und sie gerne weiter machen würden. Also gut, ich hab’s Andy schließlich versprochen und möchte ihn nicht enttäuschen, da er mir sehr geholfen hat und wir gute Freunde geworden sind. Ab Freitag ziehe ich übrigens in ein anderes Zimmer, in einer anderen Wohnung, da mir meins zu klein ist und das Bett zu kurz. Werde dann im 27. Stock wohnen, vom Bett aus mit Blick auf die Skyline von Shenyang, sowie den Fluss, habe Zugang zum Dach, für einen umwerfenden rundum Blick und lebe dann im sogenannten Partystockwerk des Hauses. Man darf also gespannt sein… ... link (7 Kommentare) ... comment Samstag, 28. August 2010
Urlaub
bizzdennjo, 04:09h
Es steht jetzt endgültig fest, die Flüge sind gebucht und der Urlaub ist eingereicht. Vom 28.09. bis 9.10. fliege ich auf die Philippinen! Wer Lust auf eine zweiwöchige Rucksacktour über die Inseln hat kann sich gerne anschließen, noch sind wir nur zu dritt.
... link (4 Kommentare) ... comment Dienstag, 24. August 2010
Mit dem Tag am Meer...
bizzdennjo, 18:25h
Was die Arbeit angeht, bin ich schon recht fortgeschritten. Ich muss keine Teile mehr einlegen und hatte sogar letzte Woche einen bescheidenen Lehrgang über Schweißzangen, Stanznietzangen (diese werden gebraucht, um das nicht zu schweißende Aluminium mit dem Stahlblech zu verbinden) und Bolzenschweißen. So werde ich derzeit von den deutschen Supportern, den Leuten vom Anlagenbau, welche selbst gute, erfahrene Instandhalter sind, angelernt, da sie, wie der Name schon sagt, alle Anlagen komplett aufgebaut und programmiert haben und bis zur Übergabe der einzelnen Arbeitsstationen in Shenyang bleiben.
Wie dem auch sei, ist die Arbeit sehr anspruchsvoll, da ich mir zurzeit sehr viel merken und lernen muss sowie den gesamten Ablauf der ganzen Anlage einprägen. Das heißt alle Bewegungen der Roboter erkennen und vorausschauen, sie genauestens verstehen und im Notfall auf Störungen reagieren. Soweit der kurzgehaltene, trockene Teil! Kommen wir nun zum Erholsamen, da ich, um mal aus Shenyang rauszukommen, einen Samstag lang am Strand verbracht habe. Dank eines Kollegen, der ab und an mal einen Reisebus chartert um das Ganze für viele Leute zu ermöglichen und günstig zu halten, waren wir ab acht Uhr morgens auch schon auf der sehr gut ausgebauten Autobahn (!) gen Meer. Geplant waren drei Stunden anreise, doch dank des Faktors chinesischer Fahrstil, kamen wir nach einem ordentlichen Unfall doch erst mit Verspätung an. Trotz eines wirklich sehr früh zu erkennenden Staus, hielt es der hinter uns fahrende Kleinbus nicht für nötig zu bremsen und versuchte noch knapp an uns vorbei zu kommen, als sich unsere Fahrzeuge durch einen mächtigen Aufprall gegenseitig verformten und das Tohuwabohu perfekt machten. Auf chinesische Art wurde dann zunächst eine halbe Stunde lang diskutiert, beschimpft, gebrüllt und wild, gestikulierend mit den Armen gefuchtelt, bis schließlich eine Stunde später, die Busse waren noch immer auf der mittleren Spur, die Polizei da war, die sich auch gleich in die nicht mehr zu erkennende Schlacht einmischte um Letztendlich zu entscheiden, dass wir doch schon losfahren könnten, weil lediglich das Rücklicht beschädigt und die komplette hintere Seite verzogen war, der Bus aber noch Fahrtauglich blieb. Wo ist also das Problem? Am Strand angekommen merkten alle schnell, dass der Wetterbericht gelogen hatte und anstelle der versprochenen Sonnenstrahlen bei 35° es nur Wolken mit kühlen 25° gab und man bei einer kühlen Brise doch mehr hätte mitnehmen sollen statt der Badehose mit sporadischem Fein ripp Unterhemd. Aber wer ein echter Kerl ist geht trotzdem ins Wasser! Doch als ich dann voller Vorfreude auf das warme Nass losstürmte wurde mir klar, dass ich den Weg ins Meer, aufgrund der Ebbe, streckenmäßig etwas falsch einschätzte und ganz schön aus der Puste war, als ich mich mit einem harten Aufprall ins seichte Wasser fallen ließ (Moritz weiß wie es aussieht wenn ich voll Karacho in seichtes Wasser springe). Ein ganz schön hartes Stück, durch weichen Matsch zu laufen, durch knietiefe Wasserstellen zu springen und mich an den unzähligen Chinesen (man, die sind aber auch überall zahlreich vertreten!) vorbeizukämpfen, die fast alle einen Ganzkörperanzug trugen um auf gar keinen Fall auch nur ein bisschen braun zu werden. Im Meer hatte ich dann aber meine Ruhe, denn gottseidank gibt es nur wenige Chinesen die schwimmen können. Brauch man ja auch gar nicht, denn wer schon mal ein chinesisches Schwimmbad von innen gesehen hat, hätte auch keine Lust und vor allem auch keinen Platz dort das Schwimmen zu lernen. Alles was sich im Wasser bewegte waren vereinzelte, riesige Schwimmreifen aus denen ein vermeintlicher Kopf rauslukte und einige Schlauchboote mit Wasserscheuen Leuten in Ihren Schwimmwesten. Und ich meine das Wasser ging mir gerade Mal bis zum Hals, aller höchstens. Am Nachmittag speisten wir alle gemeinsam an einer riesigen Tafel, von einem ordentlichen Festbankett, auf dem es alles gab, was man so an einem Tag aus dem Meer fischen kann. Krabben, Schrimps, große Fische, kleine Fische und natürlich Muscheln. Nach einem herrlichen Sonnenuntergangspanorama mit einem alten Fischkutter im Vordergrund ging es erschöpft wieder heimwärts wo das Nachtleben von Shenyang schon auf uns wartete. Dem Bus geht’s wieder gut, immerhin wird er weiterhin als Shuttlebus eingesetzt, nachdem die Hinterabdeckung komplett entfernt wurde und ein Rücklicht als ausreichend galt. ... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 13. August 2010
Hochzeit auf Chinesisch 喜事
bizzdennjo, 17:45h
Prolog: Nach einiger Zeit der Eingewöhnung hatte ich es mir allmählich zur Aufgabe gemacht meinen Alltag, auf Fotos festzuhalten, um es den Daheimgebliebenen mächtig unter die Nase zu reiben, welch ein Mordsspaß sich mir hier bietet. Immer mit der Kamera bewaffnet, hielt ich ständig Ausschau nach neuen, aber vor allem ungewöhnlichen Dingen die es wert waren in meinem Blog einen Platz einzunehmen. Doch kaum fange ich diese mühselige Arbeit an, schon funktioniert das Hochladen der Fotos im Internet nicht mehr. Heißt, es werden erst mal keine Fotos mehr in meinen Geschichten auftauchen, was natürlich auch für mich sehr schade ist, da die Visualisierung ein sehr hilfreiches Mittel war, euer Gesicht grün vor Neid anlaufen zu lassen.
Für Vorschläge eurerseits bin ich natürlich offen, wie man mit diesem Problem umgeht, da schon mehrmals von meinem treuen Leserpublikum Bilder gefordert wurden. Hochzeit auf Chinesisch Es kommt für einen Chinesen irgendwann einmal die Zeit, wenn er denn den richtigen Partner gefunden hat, dass er heiratet, um hieraus resultierend ein Kind zu zeugen, was später einmal die Altersvorsoge übernimmt. Es ist also ein wichtiges Ereignis, was nach einer pompösen, teuren, ausgiebigen Feier klingt, die man ein Leben lang nicht vergisst. Umso erstaunter war ich, dass ich nach nur zwei Wochen Bekanntschaft mit einem meiner chinesischen Kollegen zu seiner Hochzeit eingeladen war. Nehmen doch für uns Deutsche nur enge Familienangehörige und gute Freunde an einer so wichtigen Zeremonie teil, ist es bei den Chinesen ganz anders. Da werden, bei wohlhabenden Menschen, schon mal alte Schulkameraden eingeladen die man schon seit ca. zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, der Frisör von gegenüber, der einem die Ehefrau für wenigstens ein paar Stunden die Woche vom Hals hält, der Koch vom Lieblings Restaurant, selbstverständlich der Nachbar mit Gescherr und sogar alte Schul- und Studienfreunde des Vaters, die sich mal einen Anspitzer geliehen haben kommen vorbei um sich hierfür ausgiebig zu bedanken. Und so kommen summa summarum Mal eben drei- bis vierhundert Menschen zusammen, von denen die meisten nicht einmal das Brautpaar kennen, für dieses aber eine ordentliche Summe Geld springen lassen sollen. Dies weiß ich aber leider nur aus Erzählungen, die aber geprüft wasserdicht sind und schon von mehreren Unabhängigen bestätigt worden sind, meine Erfahrung auf diesem Gebiet beschränkt sich aber eher auf eine kleine, überschaubare fünfzig Mann Gesellschaft, die aber nicht minder spaßig waren. Zuerst bin ich davon ausgegangen, dass man zu so einem Ereignis nicht einfach mit Jeans und T-shirt erscheint, sondern einen ausgewachsenen Anzug trägt, was mich dazu veranlagte, etwas in der Art, extra für diesen Tag zu kaufen. Nach langem hin und her entschied ich mich für eine weiße Leinenhose, kombiniert mit einem weißen Leinenhemd, passend dazu die weißen Schuhe und als Krönung der dazugehörige weiße Hut. Etwas gewagt und untypisch zwar, aber ich sah darin einfach heiß aus, zumal ich die oberen Knöpfe der Mode halber offen ließ und einen nicht zu verachtenden Teil meiner Brust preisgab, was mich wie einen kolumbianischen Drogenboss aussehen ließ. (Hierzu hätte ich zu gerne eines meiner Bilder eingefügt!) Aber es kam wie es kommen musste und am Morgen der Hochzeit regnete es in Strömen. Mein komplettes Outfit ist von unheimlich cool auf unangenehm durchsichtig gewechselt, wobei die nasse Kleidung natürlich auch nicht so schnell zu trocknen vermag wenn man sich in einem klimatisierten Restaurant aufhält. Hinzu kommt, dass ich als Westler sowieso das gesamte Publikum auf meiner Seite hatte und es anscheinend üblich ist, dezent gekleidet auf so einer Veranstaltung aufzutauchen, was bedeutete, dass ich fast mehr neugierige Blicke anzog, als das, für viele sowieso fremde, Brautpaar. Irgendwie habe ich es sogar gemanagt, keinen einzigen Fleck auf meiner Kleidung zu hinterlassen und das teilweise glitschige Essen sorgfältig auf den zwei Stäbchen zu balancieren, ohne dass etwas daneben ging. Immerhin diese Peinlichkeit blieb mir erspart. Und gerade als ich dachte es fängt so richtig an, gerade als meine Sachen ausreichend getrocknet waren und ich dem DJ das Zeichen geben wollte um mal wieder so richtig die Hüfte zu schwingen und die Beine zu bewegen, ist das Ganze auch schon vorbei. Die ganze Chose dauerte gerade mal drei Stunden, von neun bis um zwölf und beschränkte sich allein auf das Essen, was die Gäste aber nicht davon abhielt, das ganze problemlos wie einen Bombeneinschlag aussehen zu lassen. Dank der ungehobelten Tischmanieren, einfach alles Unnötige wie Zigarettenstummel, abgenagte Knochen und leere Bierflaschen auf den Boden fallen zu lassen, verwandelte sich der recht bescheiden, doch hübsch hergerichtet Veranstaltungsraum in ein fast nicht mehr begehbares Areal. Danke fürs Essen! Hier euer Geld! Und tschüss! Im Endeffekt war dieser Teil der Hochzeit der, das Geld aller, auch nur im Entferntesten Bekannten, abzustauben, um so die Schule für den Sohnemann zu bezahlen, der ja schließlich für die Altersvorsorge aufkommen soll und somit eine teure Bildung zu genießen hat. Die eigentliche Trauung muss wohl schon vorher mit Ausschluss unbekannter Menschen stattgefunden haben. Auf dem Rückweg hat es übrigens nicht mehr geregnet und somit konnte ich trocken wieder heimfahren um mich für den Rest des Tages umzuziehen. ... link (5 Kommentare) ... comment Dienstag, 3. August 2010
Erste Erkundung auf eigene Faust
bizzdennjo, 17:37h
Ich hatte es eigentlich nicht mehr für möglich gehalten, aber letzten Sonntag war es soweit! Nach einem geschlagenen Monat voller regnerischer Tage oder düsterem Dunstschleier, hervorgerufen durch des auf Hochtouren laufenden, nicht sehr effizienten Kohlekraftwerks der Stadt, war es endlich soweit und die Sonne strahlte über einen durch und durch blauen, wolkenlosen Himmel, der bei erstaunlichen 30° nicht besser hätte sein können. Herrlich, hervorraGUT!
Ich nutzte also dieses traumhafte Wetter, kaufte mir umgehend ein Fahrrad, mit Schloss und Korb für 50€ ![]() und machte mich drauf, die Stadt mit ihren großen wie kleinen Straßen, verwinkelten, dreckigen Gassen und stinkend, engen Wegen bis aufs Kleinste zu erkunden. So habe ich vor meiner Haustür z.B. viel Verkehr, bei dem man höllisch aufpassen muss nicht überfahren zu werden, da der Stärkere hier das absolute Vorrecht hat, alles aber aufgrund der hohen Verkehrsdichte sehr langsam von Statten geht. ![]() Also wird von allen gehupt und gedrängelt was das Zeug hällt. Ein, im Nachhinein geordnetes, überschaubares Chaos, wenn man sich einmal, so wie ich, über Wochen die Gewohnheiten und das Tempo der Chinesen genauestens angeschaut und einstudiert hat. So kam ich also am Fernsehturm Shenyangs vorbei, ![]() diversen Hochhäusern, jeder Menge Hotels und nach langer, ausgiebiger Fahrt endlich an einen Ort der Ruhe, ![]() am Tempel, der Verbotenen Stadt, der ersten der Qing Dynastie, bevor sie sich entschied weiter nach Peking in eine größere, prunkvollere Einrichtung zu ziehen, um das mal kurz zu fassen. Hinter den Toren dieser Sehenswürdigkeit, ![]() verbarg sich aber wider erwarten ein kleiner Ramschmarkt mit allerlei unnützem Krempel, den man sich als Tourist voller Freude, in Erinnerung an den Urlaub kauft, diesen hierdurch zu einem unvergesslichen Abenteuer in einer anderen Welt aufsteigen lässt, alles aber nach jahrelangem Rumliegen in irgendeiner Kiste doch lieber beseitigt um Platz für neuen Krams zu machen. ![]() Wie dem auch sei, knallte mir die Sonne derweil mächtig auf den entblößten Rücken, der sich hierbei einen nicht zu unterschätzenden Sonnenbrand einfing und mir Durst und vor allem Hunger einbrachte. Es ist aber, wie gesagt, sehr einfach etwas Essbares aufzutreiben, nur gestaltet es sich etwas schwierig auch etwas leckeres, bzw. genießbares zu finden, bei dem man auch weiß um was genau es hierbei handelt. So hatte ich also die Auswahl zwischen Meerestieren, ![]() Lammfleischspieße die äußerst GUT gewürzt sind, Tintenfischtentakelspieße,![]() etwas Schweinepfote, ![]() oder vielleicht gleich ein halber Schweinekopf, ![]() oder lieber doch etwas Haifisch?! Bei dem man sich abschneiden lassen konnte was man will und es sofort frisch zubereitet wurde. ![]() So entschied ich mich letztendlich doch für meinen verlässlichen Fooddealer, ![]() bei dem es für ungeschlagene 60 Cent eine Portion Reis mit Bohnen, Karotte, Hühnchen und frietiertem Schweinefleisch mit einer undefinierbaren Soße gibt. ![]() Ich würde mir ja auch selber was kochen, aber es lohnt sich preislich einfach nicht! ... link (0 Kommentare) ... comment Donnerstag, 15. Juli 2010
There fry me one a stork
bizzdennjo, 16:08h
Ich bin gerade mal zwei Wochen hier, da werde ich schon ganz hibbelig, weil ich ausnahmslos keinen Sport mache und mich gar nicht bewege. Wenn ich irgendwo hin will nehme ich das Taxi und muss somit nirgendwo mehr hinlaufen! Und da das Essen hier auch noch so verdammt billig ist, lohnt es sich einfach nicht für mich, selber zu kochen! Also immer schön fettig und viel Essen. So zwischen 1,50 und 2,50 kriegt man hier schon eine, in Fett schwimmende, anständige Mahlzeit. Im Restaurant! Inklusive Getränke! Wenn das mal nicht verlockend ist.
So machte ich mich also gestern auf den Weg einen chinesischen Boxclub in der Nähe zu finden. Hatte mir vorher zwei Adressen ausgesucht und bin, wie immer, mit dem Taxi hin und her gefahren. Beim Ersten hatte ich Pech, da dort kein Boxen mehr angeboten wurde, sonder Fechten(?!). Aber auch Kung-Fu! Also hab ich mal mit Händen und Füßen, drei Wörtern Englisch und meinen zwei Wörtern Chinesisch versucht denen klar zu machen, dass ich gerne mittrainieren möchte. Tja, hat leider nicht geklappt! Schade dachte ich mir, als mich dann plötzlich eine kleine Siebenjährige auf Deutsch anspricht!! Total süß und aufgeregt, schüchtern und unsicher fungierte die Kleine dann als Übersetzerin zwischen den Trainerinnen und mir. So konnte ich ohne Probleme Fragen klären und mir sagen lassen, was das ganze Kostet und wann das Training ist. Geil, wa? Puh, Glück gehabt, denn auch der Vater, ein Deutsch sprechender Chinese, war da um auszuhelfen. Ende vom Lied, ich werde also Samstag mal ein Probetraining mitmachen, bei dem mir Josefina, die kleine Kung-Fu Kämpferin, mit der (noch) vorhandenen Sprachbarriere, zwischen den Chinesen, hilft. Soweit, so gut! Nachdem ich mich freundlich verabschiedet hatte, fuhr ich also zu der zweiten Adresse, die ja auch noch ausstand. Dort angekommen, habe ich es nicht gefunden, da der Taxifahrer die Hausnummer nicht kannte, alles mit chinesischen Zeichen zugepflastern war und ich überhaupt keine Orientierung hatte. Null. So musste also ein Chinese nach dem Weg gefragt werden. Ich zeigte meinem potenziellen Opfer die ausgedruckte Adresse und erfuhr sofort, dass dort wohl nun ein Internetcafé drin ist, was natürlich bedeutete, dass ich auch hier kein Boxtraining machen konnte. Damn! Aber Kung-Fu sah auch schon nicht schlecht aus dachte ich mir, halb so wild, passt schon. Irgendwie bin ich dann mit dem Chinesen ins Gespräch gekommen, was heißt, er konnte kein Englisch und ich kein Chinesisch! Da kam er auf die glorreiche Idee, sich bei ihm in seinen vier quadratmeter großen Handyladen zu setzen und uns über das Übersetzerprogramm auf seinem PC auszutauschen. Hat auch super geklappt! (zur Info: iPhone Fälschung für ca. 17€). Es wurde mit der Zeit schon sehr spät, da sowas schon mal etwas länger dauern kann, und unsere Mägen fingen an nach Arbeit zu rufen. Also haben wir uns in den anliegenden Läden gleich mal was zu Essen machen lassen. Fleischspieße, Bohnen mit Erdnüssen und Teigfladen mit Rindfleischfüllung für zwei Personen, 2 €, inkl. Getränke. GUTastisch! Natürlich habe ich ihn eingeladen, was er zwar doof fand, weil er das machen wollte, aber immerhin hat er mir ja geholfen, also war es mir eine Freude für uns das Essen zu bezahlen. Ist doch Ehrensache. Bei unserem Gespräch fand ich übrigens auch heraus, dass er sogar in seinem Shop wohnte, woraus man natürlich schließen kann, dass er nicht viel Geld zur Verfügung hat. Drin war eine kleine Theke mit (gefälschten) Telefonen, ein mickriger Schreibtisch ein kleiner Kleiderschrank aus Stoff und natürlich eine Strohmatte als "Bett". Kein Bad, keine Küche, kein Platz. Und so leben viele Chinesen hier in der Stadt, sind aber trotzdem glücklich und stolz auf ihr eigenes Geschäft. Zum Schluss haben wir unsere Emailadressen ausgetauscht und werden so auf unserer bewährten Methode miteinander schreiben! War doch ein ganz erfolgreicher Tag... ... link (4 Kommentare) ... comment Sonntag, 11. Juli 2010
Die ersten Fotos
bizzdennjo, 16:03h
Für Jeden, dem ich per Skype noch nicht meine Wohnung gezeigt habe, habe ich unter "Bilder" mal meine Wohnung abgelichtet. Kann euch aber auch gerne selbst mal rumführen wenn ihr wollt.
skype: dalecher email: dalecher@web.de ... link (0 Kommentare) ... comment ... nächste Seite
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Letzte Aktualisierung: 2011.03.17, 14:01 status
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Adresse in China
Da die Postkarte der ach so lieben Dorothe nicht angekommen... by bizzdennjo (2011.03.16, 02:25) Super-Hyper-Mega-GAU...
Um mal ein kleines Statement meinerseits abzugeben,... by bizzdennjo (2011.03.16, 02:22) unglaublich aber sieht...
unglaublich aber sieht sehr effektiv aus, ich werde... by gerbln (2010.10.27, 13:55) |
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