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Dienstag, 24. August 2010
Mit dem Tag am Meer...
bizzdennjo, 18:25h
Was die Arbeit angeht, bin ich schon recht fortgeschritten. Ich muss keine Teile mehr einlegen und hatte sogar letzte Woche einen bescheidenen Lehrgang über Schweißzangen, Stanznietzangen (diese werden gebraucht, um das nicht zu schweißende Aluminium mit dem Stahlblech zu verbinden) und Bolzenschweißen. So werde ich derzeit von den deutschen Supportern, den Leuten vom Anlagenbau, welche selbst gute, erfahrene Instandhalter sind, angelernt, da sie, wie der Name schon sagt, alle Anlagen komplett aufgebaut und programmiert haben und bis zur Übergabe der einzelnen Arbeitsstationen in Shenyang bleiben.
Wie dem auch sei, ist die Arbeit sehr anspruchsvoll, da ich mir zurzeit sehr viel merken und lernen muss sowie den gesamten Ablauf der ganzen Anlage einprägen. Das heißt alle Bewegungen der Roboter erkennen und vorausschauen, sie genauestens verstehen und im Notfall auf Störungen reagieren. Soweit der kurzgehaltene, trockene Teil! Kommen wir nun zum Erholsamen, da ich, um mal aus Shenyang rauszukommen, einen Samstag lang am Strand verbracht habe. Dank eines Kollegen, der ab und an mal einen Reisebus chartert um das Ganze für viele Leute zu ermöglichen und günstig zu halten, waren wir ab acht Uhr morgens auch schon auf der sehr gut ausgebauten Autobahn (!) gen Meer. Geplant waren drei Stunden anreise, doch dank des Faktors chinesischer Fahrstil, kamen wir nach einem ordentlichen Unfall doch erst mit Verspätung an. Trotz eines wirklich sehr früh zu erkennenden Staus, hielt es der hinter uns fahrende Kleinbus nicht für nötig zu bremsen und versuchte noch knapp an uns vorbei zu kommen, als sich unsere Fahrzeuge durch einen mächtigen Aufprall gegenseitig verformten und das Tohuwabohu perfekt machten. Auf chinesische Art wurde dann zunächst eine halbe Stunde lang diskutiert, beschimpft, gebrüllt und wild, gestikulierend mit den Armen gefuchtelt, bis schließlich eine Stunde später, die Busse waren noch immer auf der mittleren Spur, die Polizei da war, die sich auch gleich in die nicht mehr zu erkennende Schlacht einmischte um Letztendlich zu entscheiden, dass wir doch schon losfahren könnten, weil lediglich das Rücklicht beschädigt und die komplette hintere Seite verzogen war, der Bus aber noch Fahrtauglich blieb. Wo ist also das Problem? Am Strand angekommen merkten alle schnell, dass der Wetterbericht gelogen hatte und anstelle der versprochenen Sonnenstrahlen bei 35° es nur Wolken mit kühlen 25° gab und man bei einer kühlen Brise doch mehr hätte mitnehmen sollen statt der Badehose mit sporadischem Fein ripp Unterhemd. Aber wer ein echter Kerl ist geht trotzdem ins Wasser! Doch als ich dann voller Vorfreude auf das warme Nass losstürmte wurde mir klar, dass ich den Weg ins Meer, aufgrund der Ebbe, streckenmäßig etwas falsch einschätzte und ganz schön aus der Puste war, als ich mich mit einem harten Aufprall ins seichte Wasser fallen ließ (Moritz weiß wie es aussieht wenn ich voll Karacho in seichtes Wasser springe). Ein ganz schön hartes Stück, durch weichen Matsch zu laufen, durch knietiefe Wasserstellen zu springen und mich an den unzähligen Chinesen (man, die sind aber auch überall zahlreich vertreten!) vorbeizukämpfen, die fast alle einen Ganzkörperanzug trugen um auf gar keinen Fall auch nur ein bisschen braun zu werden. Im Meer hatte ich dann aber meine Ruhe, denn gottseidank gibt es nur wenige Chinesen die schwimmen können. Brauch man ja auch gar nicht, denn wer schon mal ein chinesisches Schwimmbad von innen gesehen hat, hätte auch keine Lust und vor allem auch keinen Platz dort das Schwimmen zu lernen. Alles was sich im Wasser bewegte waren vereinzelte, riesige Schwimmreifen aus denen ein vermeintlicher Kopf rauslukte und einige Schlauchboote mit Wasserscheuen Leuten in Ihren Schwimmwesten. Und ich meine das Wasser ging mir gerade Mal bis zum Hals, aller höchstens. Am Nachmittag speisten wir alle gemeinsam an einer riesigen Tafel, von einem ordentlichen Festbankett, auf dem es alles gab, was man so an einem Tag aus dem Meer fischen kann. Krabben, Schrimps, große Fische, kleine Fische und natürlich Muscheln. Nach einem herrlichen Sonnenuntergangspanorama mit einem alten Fischkutter im Vordergrund ging es erschöpft wieder heimwärts wo das Nachtleben von Shenyang schon auf uns wartete. Dem Bus geht’s wieder gut, immerhin wird er weiterhin als Shuttlebus eingesetzt, nachdem die Hinterabdeckung komplett entfernt wurde und ein Rücklicht als ausreichend galt. ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2011.03.17, 14:01 status
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Um mal ein kleines Statement meinerseits abzugeben,... by bizzdennjo (2011.03.16, 02:22) unglaublich aber sieht...
unglaublich aber sieht sehr effektiv aus, ich werde... by gerbln (2010.10.27, 13:55) |
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